Endoskopie-Praxis in Wilhelmsburg

im Ärztezentrum Neue Wilhelmsburger Mitte

Willkommen in unserer Praxis für Endoskopie im Ärztezentrum Neue Wilhelmsburger Mitte

Darmkrebs ist in Deutschland nach wie vor die häufigste Krebstodesursache (von 58.000 Erkrankten sterben jährlich 24.000 Menschen daran). Dabei ist Darmkrebs vermeidbar – durch eine Darmspiegelung (Koloskopie). Sie ermöglicht nicht nur eine umfassende Diagnose, sondern bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel das Abtragen von Polypen (mögliche Vorstufen von Darmkrebs) oder die Entnahme von Gewebeproben. Eine solche Vorsorgedarmspiegelung darf nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden, die jährlich mindestens 200 solcher Untersuchungen nachweisen können. Dieses Kriterium erfüllen wir in der Praxis für Endoskopie in Wilhelmsburg. Schon seit vielen Jahren unterstützen wir auch die „Aktion Deutschland gegen Darmkrebs“, die jährlich in Kooperation mit der Felix Burda Stiftung durchgeführt wird.

Bleiben Sie gesund – dank einer rechtzeitigen Darmspiegelung!

Dr. Rebekka Goers & Team

Öffnungszeiten
Montag
08.00 - 12.00
Dienstag
08.00 - 12.00
Mittwoch
08.00 - 12.00
Donnerstag
08.00 - 12.00
Freitag
08.00 - 12.00
Termine

Untersuchungstermine nur nach Vereinbarung.

040 / 32 08 18 90

Anfahrt & Kontakt

Hamburg-Wilhelmsburg
Reinstorfweg 10A
21107 Hamburg
040 32 08 18 90 (Termine nur nach Vereinbarung)
040 32 08 18 931
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Sie können unsere Praxis ganz einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Fahren Sie mit der S 3 oder  31 bis zur S-Bahn-Station Wilhelmsburg.
Von dort sind Sie in einer Viertel Stunde bei uns, wenn Sie zu Fuß gehen. Oder Sie nehmen vom Bahnhof Wilhelmsburg den Bus 13 bis zur Haltestelle „Mengestraße“. Die Praxis befindet sich im „Ärztezentrum Neue Mitte-Wilhelmsburg“ links neben dem Supermarkt „Lidl“.

Sie können auch mit dem Auto über den Reinstorfweg anreisen. Bitte nutzen Sie dort die öffentlichen Parkplätze zum Beispiel hinter dem Bürgerhaus Wilhelmsburg und gehen dann die Einfahrt hinaus zum „Ärztezentrum Neue Mitte-Wilhelmsburg“.

Unser Leistungssprektrum

Darmkrebsvorsorge
Endoskopie
Darmspiegelung (Koloskopie)
Abtragung von Polypen (Polypektomie)
Magenspiegelung (Gastroskopie)

Unsere Schwerpunkte

Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs kann man auch mittels Stuhltests entdecken. Allerdings bleiben hier Restrisiken, die mit einer Darmspiegelung ausgeschlossen werden können.

Immunologische Stuhltests

Im Rahmen des Darmkrebs-Screenings zahlen die gesetzlichen Krankenkassen ab einem Alter von 50 Jahren jährlich einen sogenannten quantitativen immunologischen Stuhlbluttest (iFOBT) – ab dem 56. Lebensjahr nur noch alle zwei Jahre, es sei denn, man hat schon die Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch genommen. Diese Tests untersuchen den Stuhl auf okkultes (verstecktes) Blut. Denn sowohl Darmkrebs als auch seine möglichen Vorstufen (Darmpolypen) können zeitweise bluten und somit mehr oder weniger große Blutspuren im Stuhl hinterlassen.

Immunologische Stuhlbluttests suchen im Gegensatz zu den bis März 2017 eingesetzten herkömmlichen Stuhltests ausschließlich nach menschlichem Blut und zwar nach dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Deshalb ist vor der Durchführung keine Diät erforderlich. Wichtig: Ein negativer Test (kein Blutnachweis im Stuhl) bedeutet nicht automatisch, dass kein Darmkrebs vorliegt. Denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten. Man wiegt sich hier unter Umständen in falscher Sicherheit! Andererseits bedeutet ein positives Testergebnis (es sind Blutspuren im Stuhl entdeckt worden) keinesfalls, dass ein Darmkrebs vorliegt! Denn Blutspuren im Stuhl können auch beispielsweise von Hämorrhoiden oder Verletzungen der Afterschleimhaut stammen. Bei einem positiven Ergebnis sollte jedoch zur Abklärung eine Darmspiegelung erfolgen.

Enzymatische Stuhltests

Ein weiteres Verfahren zum Nachweis von Polypen und Darmtumoren ist die Bestimmung eines Schlüsselenzyms (Tumor M2-PK) im Stuhl, welches im Stoffwechsel von Polypen und Darmkrebs vorkommt. Dieser Test ist somit unabhängig von „Blut im Stuhl“ und bedarf ebenfalls keiner zusätzlichen Diät. Mittlerweile gibt es auch einen 2in1-Kombitest, der parallel sowohl das Schlüsselenzym M2-PK als auch immunologisch „Blut-im-Stuhl“ bestimmen kann. Die Kosten für enzymatische Stuhltests werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Bei einem positiven Ergebnis sollte auch hier zur Abklärung eine Darmspiegelung erfolgen.

Im Allgemeinen gilt: Die Darmspiegelung bietet die höchste Sicherheit!

Darmspiegelung (Koloskopie)

Vorteile Darmspiegelung

Die Darmspiegelung (Koloskopie) durch den Spezialisten ist das beste und sicherste Vorsorgeinstrument. Eine Darmspiegelung ermöglicht nicht nur eine umfassende Diagnose, sondern bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel das Abtragen von Polypen (mögliche Vorstufen von Darmkrebs) oder die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) für weitere Laboruntersuchungen. Eine Darmspiegelung ist risikoarm und lässt sich im Allgemeinen schmerzfrei durchführen. Sie dauert in der Regel ca. 20 Minuten.

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Illustration einer Darmspiegelung

Unser Team

Dr. med. Rebekka Goers

Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie

Patienteninformationen - Häufige Fragen

Was ist Darmkrebs?

Wenn ein Arzt von Darmkrebs spricht, meint er fast immer eine Krebserkrankung des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder des Mastdarms (Rektumkarzinom). Beide werden häufig unter dem Begriff kolorektale Karzinome zusammengefasst.

Kolorektale Karzinome machen ca. 98% der Darmkrebsfälle aus. In sehr seltenen Fällen können auch Dünndarm und Anus von der Erkrankung betroffen sein. Jährlich erkranken in der Bundesrepublik etwa 58.000 Menschen an Darmkrebs. Somit ist Darmkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland die häufigste Krebsneuerkrankung. Mit rund 24.000 Sterbefällen pro Jahr ist der Darmkrebs nach dem Lungenkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache. Die Neuerkrankungen haben in den letzten Jahren leicht zugenommen. Die Sterberaten sind auf Grund von neuen Operationsmethoden und besseren Medikamenten rückläufig.

Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen aus Dickdarmpolypen, die zunächst gutartig sind. Es kann bis zu zehn Jahre dauern, bis ein Polyp bösartig wird und zu einem Tumor entartet. Häufig treten Beschwerden erst dann auf, wenn ein Tumor bereits gewachsen ist oder auch andere Organe befallen wurden. Für eine vollständige Heilung ist es dann aber oft zu spät. Bei früh erkanntem Darmkrebs sind die Heilungschancen jedoch sehr gut.

Obwohl der Darmkrebs jährlich fast eine Kleinstadt auslöscht, werden die angebotenen Krebsfrüherkennungsprogramme nur unzureichend wahrgenommen. Beispielsweise nehmen jährlich weniger als  3% der vorsorgeberechtigten Menschen eine Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch. Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist aber das beste und sicherste Vorsorge-Instrument, um einen Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Des Weiteren können nur anhand dieser Untersuchungsmethode auch Gewebeproben entnommen werden (Biopsie) sowie evt. vorhandene Krebsvorstufen (Darmpolypen) abgetragen werden.

Wie dringlich ist eine Darmspiegelung bzw. wovon hängt die Dringlichkeit ab?

Bitte überprüfen Sie, welche der nachfolgend aufgezählten Punkte Sie erfüllen. 

Gruppe 1 (sehr dringlich)

  • Sie haben Blut im Stuhl!
  • Sie bemerken Veränderungen der Darmfunktion.
  • Stuhlverformungen („Bandnudel-, Kaffee-Bohne-, Bleistiftstuhl“).
  • Wechselnd Durchfall und Verstopfung.
  • Tastbare Verhärtung im Bauchraum durch die Bauchdecke.

Gruppe 2 (bei nächster Gelegenheit sollten Sie einen Termin vereinbaren)

  • Hatten Sie schon einmal Darmkrebs oder Dickdarmpolypen?
  • Hatte einer Ihrer näheren Verwandten Darmkrebs oder einen anderen Krebs?
  • Hatten Sie eine andere bösartige Erkrankung?
  • Leiden Sie an einer chronisch entzündlichen Darmkrankheit (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)?

Gruppe 3 (irgendwann im Laufe des Jahres)

  • Haben Sie Übergewicht?
  • Haben Sie wenig körperliche Ertüchtigung? (sitzender Beruf, kein regelmäßiger Sport, Gymnastik, Wandern etc.)?
  • Essen Sie viel Fleisch und tierisches Fett?
  • Essen Sie wenig ballaststoffreiche Kost (Salate, Gemüse und Obst)?
  • Konsumieren Sie übermäßig Alkohol oder Nikotin?

Gruppe 4 (ab 50 Jahren)

  • Gehören Sie in keine der oben genannten Gruppen und haben auch keine Beschwerden sollten Sie ab einem Alter von 50 Jahren einen jährlichen immunologischen Stuhltest durchführen. Ab 50 Jahren (bei Männern) bzw. ab 55 Jahren (bei Frauen) kann innerhalb des Krebsvorsorgeprogramms auch eine Darmspiegelung erfolgen.
Ist Darmkrebs vererbbar und von welchen weiteren Risikofaktoren hängt eine Erkrankung noch ab?

Es gibt eine Reihe von Faktoren, von denen man annimmt, dass sie die Entstehung von Darmkrebs fördern. Dabei unterscheidet man zwischen familiären und nicht-familiären Risiken.

Nicht-familiäre Risiken

Ein Hohes Alter ist der größte Risikofaktor im Zusammenhang mit der Entstehung von Darmkrebs. Darmkrebs kann in jedem Alter entstehen. Allerdings steigt ab dem 50. Lebensjahr das Risiko an Darmkrebs zu erkranken drastisch an. Demnach könnte eine Zunahme der Neuerkrankungen auch durch eine gestiegene Lebenserwartung zu erklären sein.

Ein zusätzlicher wichtiger Risikofaktor ist die Bildung von Darmpolypen (mögliche Vorstufen von Darmkrebs). Auch Darmpolypen können in jedem Alter entstehen. Bei einer Darmspiegelung kann man Polypen jedoch entdecken und gleichzeitig völlig schmerzfrei abtragen.

Der Lebensstil eines Einzelnen kann auch das individuelle Darmkrebsrisiko beeinflussen. Zu nennen sind hierbei insbesondere eine „falsche“ Ernährung (zu viel tierische Nahrungsmittel), das Rauchen von Zigaretten, der übermäßige Konsum von Alkohol sowie Bewegungsmangel und Stress.

Weiterhin können chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa) sowie Typ 2 Diabetes (Altersdiabetes) das Darmkrebsrisiko erhöhen.

Familiäre Risiken

Die Veranlagung, später vielleicht an Darmkrebs zu erkranken, kann erblich sein (familiäre Disposition). Deshalb haben Menschen, bei denen Darmkrebs oder Darmpolypen in der Familie vorgekommen sind, ein sehr viel höheres Erkrankungsrisiko. Etwa 5% der Darmkrebspatienten sind davon betroffen. Es gibt zwei Hauptformen:

•    HNPCC (englisch: Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer)

Das HNPCC ist für den Großteil der familiären Darmkrebsfälle verantwortlich. Das mittlere Alter bei der Diagnosestellung liegt bei 45 Jahren. Ist ein Elternteil erkrankt, so beträgt das Risiko der Kinder, ebenfalls zu erkranken, zwischen 40 und 50%.

•    FAP (Familiäre adenomatöse Polyposis)

Bei der FAP kommt es zur Überwucherung des Darms mit Darmpolypen. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt hier bei 100%. Man nimmt an, dass ca. 1% der Darmkrebspatienten davon betroffen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit weitervererbt wird, liegt bei ungefähr 50%.

Menschen mit einer familiären Disposition sollten in jedem Fall, unabhängig vom Alter, eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen!

Kann ich das Darmkrebsrisiko minimieren?

Man kann das Auftreten von Darmkrebs nicht zu 100% verhindern. Allerdings kann man das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken teilweise selbst reduzieren.

Das, was zählt, sind gesunde Ess- und Lebensgewohnheiten. Die Belastung unserer Nahrungsmittel ist vielschichtig und nimmt immer mehr zu. Die längste Verweildauer von Nahrungsresten im Körper ist im Dickdarm. Schadstoffe sind hier also besonders kritisch. Die richtige Auswahl und Zubereitung sowie eine gute Qualität der Nahrungsmittel ist daher sehr wichtig.

Empfehlenswert ist das tägliche Verzehren von Salat, Obst, Gemüse und gegebenenfalls Vollkornprodukten. Zudem sollte man auf ausreichende Bewegung (vier Mal pro Woche, mindestens 30 Minuten Sport treiben) achten. Weitere Risiken, die eine Entstehung von Darmkrebs fördern können und die man selbst beeinflussen kann, sind Alkohol- und Nikotinkonsum sowie Bewegungsmangel und Stress.

Es gibt aber auch eine Reihe von Risikofaktoren, die man nicht selbst beeinflussen kann. Dazu gehören vererbbare Risikofaktoren, chronische Darmerkrankungen, hohes Alter und das Vorkommen von Darmpolypen. Hier spielt die Früherkennung eine sehr große Rolle. Denn bei früh erkanntem Darmkrebs sind die Heilungschancen heutzutage sehr gut. Gehen Sie deshalb zur Vorsorgeuntersuchung!

Ich habe eine Darmkrebs-Diagnose erhalten - Und jetzt?

Wenn ein Arzt Darmkrebs festgestellt hat, wird unmittelbar die geeignete Behandlung eingeleitet. Dazu müssen zunächst weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Eine Krebserkrankung des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder des Mastdarms (Rektumkarzinom) stellt für Betroffene zunächst einen großen Schock dar. Je nach Stadium können aufgrund verbesserter Medikamente und moderner Operationsverfahren jedoch gute Heilungschancen bestehen. Zunächst müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, damit für die behandelnden Ärzte die Größe und Lokalisation des Tumors ersichtlich ist. Zudem ist es wichtig zu wissen, ob auch andere Organe mit Absiedlungen des Tumors (Metastasen) befallen sind. Zu den häufigsten Untersuchungen gehören Darmspiegelung, Ultraschall, Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie und eine Blutentnahme. 

Für die Planung der Weiterbehandlung ist eine Klassifizierung des Tumors hilfreich. Dies geschieht nach dem TNM-System und dient der Charakterisierung des Krebses (Staging).

Was bedeuten Abkürzungen wie T, N und M bei meinem Krebs?

Die Klassifizierung des Tumors geschieht nach dem TNM-System und dient der Charakterisierung des Krebses (Staging).

TNM ist die Abkürzung für:

  • T = Tumor, beschreibt die Ausdehnung des Tumors
  • N = Nodus (Lymphknoten), beschreibt den Befall von Lymphknoten
  • M = Metastasen, beschreibt, ob Tochtergeschwülste vorhanden sind

Die wichtigsten Abstufungen für die Einteilung des Darmkrebses sind:

  • T1 = Der Tumor erstreckt sich nur auf die Darmschleimhaut.
  • T2 = Der Tumor erstreckt sich zusätzlich auf die Muskulatur der Darmwand.
  • T3 = Der Tumor betrifft auch das Bauchfell oder andere Nachbargewebe.
  • T4 = Der Tumor betrifft auch benachbarte Organe.
  • N0 = Kein Lymphknotenbefall
  • N1 = Der Tumor erfasst ein bis drei benachbarte Lymphknoten.
  • N2 = Der Tumor erfasst vier oder mehr benachbarte Lymphknoten.
  • M0 = Kein Nachweis von Tochtergeschwülsten.
  • M1 = Tochtergeschwülste nachweisbar.

Nach der Klassifizierung kann nun das Stadium des Krebses bestimmt und die geeignete Therapie eingeleitet werden. Wenn der Krebs in einem „frühen“ Stadium entdeckt wurde, besteht eine sehr gute Heilungschance.

Beispiel für Darmkrebs in einem relativ „frühen“ Stadium:

  • T1: Der Tumor erstreckt sich nur auf die Darmschleimhaut
  • N0: Kein Lymphknotenbefall
  • M0: Kein Nachweis von Tochtergeschwülsten

In diesem Beispiel geht man davon aus, dass eine Operation in über 90% der Fälle zu einer vollständigen Heilung führen kann. Eine Darmkrebstherapie erfolgt für jeden Patienten individuell. Hierbei gilt: Die Therapie des Kolonkarzinoms unterscheidet sich deutlich von der eines Rektumkarzinoms. Fragen Sie Ihren Arzt!

Wie lässt sich Darmkrebs therapieren?

 Die größte Rolle bei der Behandlung von Darmkrebs spielt die Operation. Dabei zielt man auf eine vollständige Entfernung des Tumorgewebes ab. Je nach Größe des Tumors können vorher noch eine Chemotherapie und/oder eine Strahlentherapie erforderlich sein.

Option A: Operation

Anhand der Stadieneinteilung (TNM-System) kann man feststellen, ob durch einen chirurgischen Eingriff eine Heilung (kurative Operation) oder nur eine Linderung (Palliative Operation) möglich ist. Um das Behandlungsergebnis zu verbessern, kann je nach Stadium vor dem Eingriff eine Chemotherapie oder eine kombinierte Chemo-Strahlentherapie eingesetzt werden. Bei der Therapie des Kolonkarzinoms, richtet sich das Ausmaß der Operation nach der Blutversorgung des betroffenen Darmabschnitts und nach dessen Lymphabfluss. So kann es sein, dass je nach Lage des Krebses der halbe Dickdarm oder noch größere Teile des Darms entfernt werden müssen. Auch bei der Therapie des Rektumkarzinoms spielt die Lokalisation des Tumors eine entscheidende Rolle. Wenn der Tumor sehr dicht am Analkanal liegt, kann es sein, dass auch der Schließmuskel entfernt werden muss. Dann ist nach der Operation meist ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) notwendig.

Option B: Chemotherapie

Bei einer Chemotherapie werden Medikamente verabreicht, die das Zellwachstum und die Zellteilung hemmen sollen (Zytostatika). Krebszellen vermehren sich ständig durch Teilung, so dass die verabreichten Zellgifte hier besonders gut wirken. Die Chemotherapie erfasst Krebszellen im ganzen Körper. Deshalb werden auch gesunde Zellen, die sich oft teilen, in Mitleidenschaft gezogen. So kommt es bei einer Chemotherapie zum Beispiel zu einer Schädigung der Haarwurzel, was zu Haarausfall führt. Weitere Nebenwirkungen sind zum Beispiel Appetitlosigkeit  und Durchfall. Diese klingen jedoch nach Beendigung der Chemotherapie schnell wieder ab.

Eine Chemotherapie kann unter drei Gesichtspunkten eingesetzt werden:

1. Die Medikamente werden vor einer Operation verabreicht. Ziel ist es, einen großen Tumor oder Metastasen vor dem Eingriff zu verkleinern, um sie besser operieren zu können (neoadjuvante Chemotherapie)

2. Die medikamentöse Behandlung wird nach einer Operation durchgeführt. So sollen eventuell im Körper zurückgebliebene Krebszellen abgetötet werden und Rückfällen vorgebeugt werden (adjuvante Chemotherapie)

3. Wenn eine Operation nicht mehr möglich sein sollte, werden Zytostatika verabreicht, um die Lebensqualität zu erhalten und das Leben zu verlängern. Die Beschwerden können hier nur noch gelindert werden (palliative Chemotherapie)

Die Dosierung der Medikamente wird für jeden Patienten individuell bestimmt. Sie hängt unter anderem vom Zeitpunkt der Entdeckung der Krankheit ab. Die Medikamente werden in der Regel in Intervallen (Zyklen) verabreicht. Die Zyklen werden vom behandelnden Arzt festgelegt und müssen genau eingehalten werden. Der Erfolg der Behandlung hängt auch hier vom Stadium der Erkrankung ab.

Option C: Strahlentherapie (Radiotherapie)

Die Strahlentherapie wirkt im Gegensatz zur Chemotherapie nur lokal im Bereich des Bestrahlungsfeldes. Hauptsächlich wird die Strahlentherapie bei der Behandlung des Rektumkarzinoms eingesetzt. Vor der Operation soll die Geschwulst verkleinert werden. Nach der Operation soll durch die Radiotherapie ein Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) verhindert werden.